Dirks Bio-Kiste macht mit – Schritt für Schritt plastikfrei in die Zukunft!

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Verpackungen von Bio-Produkten

Plastik ist praktisch: Eine sichere Barriere gegen Festigkeit und Schädlinge, preiswert, je nach Bedarf weich oder hart, durchsichtig oder lichtundurchlässig. Aber der Ruf ist rund 100 Jahre nach der Erfindung des ersten vollsynthetischen Kunststoffs auch schwer angekratzt. Mikroplastik findet sich in der Antarktis, in Lebensmitteln, in Meerestieren, einfach überall – mit bisher kaum erforschten Folgen für Mensch und Umwelt. Zudem wird der Rohstoff Erdöl bekanntermaßen täglich knapper.

Gerade Biokunden achten auf ökologische Alternativen zu Plastik. Der Biohandel stand schon immer für „weniger ist mehr“. Aufwändige Schmuckverpackung waren weitgehend tabu. Aber praktisch ist es eben schon, das Plastik. Tee, Kräuter und Gebäck bleiben unbeeinflusst von Schadstoffen, Schädlingen und Feuchtigkeit, das Aroma ist geschützt. Plastikbecher für Joghurt und Verbundkarton für Getränke sorgen für leichte Einkaufsbeutel. Fleisch, Käse, Tofu und gekühlte Salate bleiben frisch und sind auslaufsicher verpackt. Und so kommen im Laufe der Jahre auch immer mehr Bioprodukte in Bechern, Folien und Kunststoffflaschen auf den Markt.

 

Immer mehr Plastik

Weltweit wird immer mehr Plastik produziert. 2015 waren es laut Eurostat/iwd 322 Millionen Tonnen und damit fast sieben Mal so viel wie Mitte der 1970er Jahre. Schätzungen zufolge wird mindestens ein Viertel der weltweiten Kunststoffproduktion für Verpackungen benötigt. In der EU hat der Plastikverpackungsmüll von 2005 bis 2015 um 12 % zugenommen – in Deutschland sogar um 29 %. Deutschland liegt mit einem Plastikverpackungsabfall je Einwohner von gut 37 kg mehr als 6 kg über dem EU-Durchschnitt.
(Quelle: Informationsdienst iwd)

 

Dirks Bio-Kiste macht mit – Schritt für Schritt plastikfrei in die Zukunft!

Dirks Bio-Kiste auf der Biofach

Wir waren auch in diesem Jahr auf der Weltleitmesse BIOFACH in Nürnberg und haben uns speziell für unsere Kunden zum Thema Verpackung informiert. Dabei ist uns ein Gespräch zwischen Einzelhandel, Hersteller und Großhandel im Gedächtnis geblieben: „Verpackungsflut, die Biobranche für gemeinsame Lösungen!“

An erster Stelle steht grundsätzlich die vollständige Vermeidung von Verpackung egal welcher Art. Da dies aber aus hygienischen Gründen und der Deutschen Lebensmittel-Hygiene-Verordnung (LMHV) nicht in allen Fällen möglich ist, gilt es immer die gesamte Öko-Bilanz einer Verpackung im Auge zu behalten und welche auch ökologisch für den Biohandel vertretbar ist.

Herr Sommer von der Deutschen Umwelthilfe e.V. setzt auf Mehrweg-Systeme. Nur so schonen wir gemeinsam Ressourcen und die Umwelt. Denn durch das häufige Wiederbefüllen von Mehrwegbehältnissen wird eine ständige Neuproduktion vermieden, die Entstehung von Müll verhindert, Energie gespart und der Rohstoffverbrauch gesenkt.

Eine große Aufgabe, die wir nur Schritt für Schritt alle gemeinsam angehen können. Der Verbraucher, also genau SIE, werden in Zukunft durch das eigene Verhalten mitbestimmen, wohin die Reise geht. Packen wir es nicht nur ein, sondern gemeinsam an!

 

Wie verpackt man am besten?

Grundsätzlich muss jede Verpackung einen Blick auf ihre gesamte Öko-Bilanz standhalten:

  • Werden die Rohstoffe vielleicht mit vielen Pestiziden und synthetischen Dünger angebaut?
  • Geht dabei wertvolle Fläche für die Nahrungsmittelproduktion verloren?
  • Wie viel Energie braucht man für die Herstellung?
  • Ist eine Wiederverwertung möglich?
  • Bei Papier, Pappe und Kunststoff auf Zellulose-Basis stellt sich die Frage, wie viele Bäume wir wirklich nachhaltig anbauen und wie viele wir auf Dauer fällen wollen und dürfen.

Die ökologische Verpackung für Lebensmittel ist immer noch die, die mit so wenig Material wie möglich auskommt. Und der allerbeste Weg, Plastik und Erdöl zu umgehen, bleibt das Vermeiden von Verpackungen, wo immer das möglich ist.

 

Was Dirks Bio-Kiste heute schon tut

Plakat Mehrweg vom BNN
(Copyright Plakat: Bundesverband Naturkost Naturwaren (BNN) e.V.)

  • Unsere Lieferanten nutzen bei der Belieferung Mehrwegkisten
  • Kurze Anfahrtsweg der regionalen Erzeuger
  • Unser Großhändler verzichtet schon immer auf das Folieren der Rollwägen und nutzt zur Befestigung Spanngurte.
  • Die Logistik bei der Auslieferung Ihrer Bio-Kisten baute auf effektive Tourenpläne mit kurzen Transportwegen.
  • teilweise Belieferung mit der Radkutsche „Musketier“
  • Obst und Gemüse wird nicht foliert.
  • Wir verzichten bei der Verpackung von empfindlichen Obst- und Gemüsesorten auf Mais- oder Plastiktüten.
  • Die Lieferung Ihrer Bestellung erfolgt in grünen Pfandkisten (Napfkisten).
  • Die „Tütle“-Einlagen für unsere Biokisten sind aus 100% Altpapier und sie können wählen, auch darauf zu verzichten.
  • Produkte in Mehrweggläsern oder -flaschen haben bei uns Vorrang.
  • Viele Hersteller unseres Naturkost-Sortiments bauen bereits darauf, überflüssige Verpackung zu vermeiden bzw. zu reduzieren.
  • Wir führen keine Plastik-Einwegflaschen.
  • Wir führen keine Kosmetik mit Mikro- und Nanoplastik in unserem Sortiment
  • In unserer Packerhalle legen wir Wert auf Mülltrennung und haben eine Kartonagepresse.
  • Beleuchtung im Betrieb auf LED umgestellt.
  • Stromerzeugung durch eigene Solaranlage auf unserer Halle und Ökostrom von Greenpeace Energy
  • Büromaterialien werden bei Memo (ökologisches Versandhandelsunternehmen) eingekauft und die Lieferung erfolgt in einer Mehrwert-Box.

 

Mehrwegsysteme

Nicht zuletzt hat der klassische Umweltheld, die Mehrwegflasche für Milch, Joghurt, Getränke, wieder mehr Beachtung verdient, denn sogar im Biohandel sinkt der Absatz. Bundesweit sinkt der Mehrwert-Anteil bei Getränken von 66 % im Jahr 2004 auf nur 44 % im Jahr 2015. Die Deutsche Umwelthilfe fordert daher, alle Getränke-Einwegverpackungen mit 25 Cent Pfand zu belegen, auch Getränkekartons. Viele Bio-Unternehmen wie z.B. Schrozberg, Beutelsbacher, Voelkel investieren aus Überzeugung in intelligente Mehrwegsysteme.

Wir haben auf der BIOFACH auch den Messestand der Molkerei Schrozberg besucht, um unser Anliegen auf Erweiterung der Mehrweg-Gläser für Schmand, Sauerrahm und Creme Fraiche vorzutragen. Bisher gibt es diese Produkte nur in Plastikbecher. Die Resonanz war sehr positiv und uns wurde berichtet, dass die Umstellung auch schon angedacht ist und das es Quark Magerstufe bereits im Mehrwegglas gibt.

Wir denken, dass die Kunden und auch wir als Multiplikator stärker an die Produzenten herantreten sollten, um unsere Wünsche genau definiert zu äußern.

 

Unser regionaler Großhändler hakopaxan aus Vaihingen

Die Frage nach der Verpackung fängt schon bei der Lieferung der Ware vom Großhändler an. Unser Großhändler hakopaxan überprüft regelmäßig, wo sich Verpackungen reduzieren lassen und welche umweltverträglicheren Alternativen es gibt.

Gurte statt Folien
Bei den „Rollis“ (Rollwagen), auf die unsere Ware vom Großhändler gepackt wird, werden schon immer spezielle Spanngurte statt Einwegfolien benutzt. Das Umschließen der Rollwagen mit Spanngummies zur Sicherung der Ware ist eine sinnvolle Alternative anstelle des Folieren mit Plastik. Es ist zwar teuer, denn bei den Spanngurten gibt es eine hohe Verlustrate, außerdem dauert das Packen länger, da man besonders sorgfältig packen muss, aber aus ökologischer Sicht eine große Einsparung an Plastikmüll.

 

Alternative Papier

Viel Unternehmen haben längst wieder den „Rückwärtsgang“ eingelegt – mit Blick in die Zukunft und setzen sie auf nachwachsende Rohstoffe.

Spielberger Mühle – Verpackung aus 100% Papier

Spielberger NacktgersteDie Spielberger Mühle hat 2016 damit begonnen das gesamte Sortiment mit einem neuen Verpackungskonzept und erneuerter Gestaltung auszustatten. Mittlerweile haben sie zwei drittel ihres Sortiments auf Verpackungen aus 100% Papier und damit zu 100% recyclebar umgestellt.

In Zeiten, in denen immer mehr Anbieter auf Verpackungen aus Kunststoff umstellen, kehrt die Spielberger Mühle zurück zu einer ökologischen Lösung aus 100% Papier. Und dies ohne, dass die Produktoptik dadurch leidet! Das bedeutet:
• Fenster, die einen Blick auf das Produkt ermöglichen, so wie Kunden das gelernt haben und wünschen. Es ist hinterlegt mit Pergaminpapier. Dieses Material, das manche noch als „Butterbrotpapier“ kennen, besteht ausschließlich aus Papier.
• Damit basiert die Verpackung rein auf nachwachsenden Rohstoffen.
• Die Verpackung enthält keine gentechnisch veränderten Pflanzen (Mais), wie dies bei kompostierbaren Folien ist.
Volle Recyclingfähigkeit: Papier ist neben Glas das Material, bei dem die Recycling-Quote in Deutschland so hoch liegt wie nirgends sonst.
• Edle, natürliche Optik, die unserem ökologischen Anspruch gerecht wird und die dennoch die Wertigkeit der Produkte widerspiegelt.
(Quelle: Spielberger Mühle)

 

Alb-Gold: Nudeln natürlich in Papier verpackt – Innovative Verpackungstechnik jetzt bei Pasta im Einsatz

Alb-Gold NudelSeit September 2018 stehen sie im Regal: die neuen Pasta-Papierbeutel von Alb-Gold. Die Packung kommt gänzlich ohne Plastik aus. Das schwäbische Familienunternehmen ist mit dieser Art der erste Hersteller auf dem deutschen Markt und unterstreicht damit einmal mehr seine Innovationskraft.

„Die Frage, wie wir unsere Nudelpackungen nachhaltiger machen können beschäftigt uns schon sehr lange. In den letzten rund eineinhalb Jahren hat sich dann die Idee der Papierverpackung verfestigt“, erklärt Oliver Freidler aus der Geschäftsleitung. Durch den Umstieg auf Papier können bei der Produktion der Verpackung rund 65 Prozent Kohlendioxid eingespart werden.

Unsere Verpackung wird aus Holz hergestellt – dem natürlichsten nachwachsenden Rohstoff. Die Fasern für das Papier stammen aus FSC-zertifizierter Forstwirtschaft. Mit wasserlöslicher, naturverträglicher Farbe wurde das Papier schließlich bedruckt. Das Resultat ist diese umweltfreundliche Verpackung … nachhaltig und sinnvoll.

Noch sind die ersten Produkte in Papierpackungen Exoten im Sortiment des Nudelherstellers. Doch dies könnte sich bald ändern, wenn die neuen Beutel von den Kunden gut angenommen werden. Entscheidend wird zudem sein, dass neben den Maschinen auch der Packstoff weiterentwickelt wird. „Derzeit gibt es für unsere speziellen Nudelformate noch keine Lösung und wir können nur kurze, rollende Pasta verpacken. Bei Spätzle, Spaghetti oder auch Walznudeln wird es kritisch, aber sobald Lösungen gefunden sind, werden weitere Produkte folgen und der Weg in Richtung plastikfreie Nudelpackungen wird fortgesetzt.“
(Quelle: Alb-Gold)

 

Ökologischen Molkereien Allgäu (ÖMA) – Graspapier

Ökologischen Molkereien Allgäu (ÖMA)Auch die Ökologischen Molkereien Allgäu (ÖMA) experimentieren mit neuen Verpackungen. So wird das Neuprodukt „Back-BergkäseSticks“ in einem Karton verkauft, der zu 25 % aus Grasfasern besteht. Das spart im Vergleich zu Holzfasern Energie und Ressourcen.

„Graspapier“ ist eine besonders nachhaltige Lösung, weil Gras ständig und auch auf Böden nachwächst, die für den Anbau von Nahrungsmitteln nicht geeignet sind. Es kann mehrmals im Jahr geerntet werden, während für Holz Bäume fallen müssen, die jahrzehntelang gewachsen sind. Die Verarbeitung erfordert zudem weniger Wasser, Energie und Chemikalien als bei Holzfrischfasern oder Altpapier. Für eine Tonne traditionelles Papier braucht es zum Beispiel rund 8.000 Liter Wasser, für die gleiche Menge Graspapier genügen 2 Liter.

 

Kompostierbare Folien

Andere Bio-Herstellen erproben ganz neue Verpackungen. Ein großer Trend dabei sind kompostierbare Folien. So ist Bio-Schokolade inzwischen oft in NatureFlex-Folie gehüllt statt in Plastik oder Alu. Die Tee-Spezialisten Lebensbaum und Sonnentor nutzen die Folien auf Basis von Holzfasern als Umverpackung für Ihre Schachteln und teilweise auch für losen Tee.

Lebensbaum Tee

Jan Kühn, Leiter der Unternehmenskommunikation beim Nachhaltigkeitspionier Lebensbaum: „Die NatureFlex-Folie ist in vieler Hinsicht ein sehr überzeugendes Material: Es wird einerseits Co2-neutral aus Holzfasern aus nachhaltiger Waldwirtschaft hergestellt und ist kompostierbar. Andererseits hat es sehr gute Barriere-Eigenschaften und schützt das Aroma der Tees sehr gut.“

Die Teebeutel haben entweder keine Extrahülle oder eine aus Papier. Nur für einige empfindliche Sorten nutzt das Unternehmen als Übergangslösung noch ein lebensmittelechtes Spezialpapier, das mit einer metallisierten OPP-Folie kaschiert ist. „Aber unser Ziel ist es, ganz auf Verpackungen aus nachwachsenden Rohstoffen umzustellen. Daran arbeiten wir bereits.“, betont Kühn. Die Teebeutel bestehen schon jetzt aus einem Material, das aus der sogenannten Faserbanane gewonnen wird – nachhaltig und kompostierbar.

Das „Plastik“ um die  Teeschachteln hat Lebensbaum 2012 auf Zellulosebasis umgestellt: Innerhalb weniger Wochen zersetzen sich die CO2-neutral produzierten Folien im Hauskompost in ihre na­türlichen Bestandteile. Die großen Kompostierungsanlagen sind noch nicht ganz so weit: Dort werden kompostierbare Folien leider nicht als solche erkannt und deshalb wie herkömmliche aussortiert.
(Quelle: Lebensbaum)

 

Sonnentor TeeAuch Sonnentor hat schon vor Jahren die Umstellung auf nachhaltige Materialien eingeleitet. Die Suche nach Alternativen war nicht leicht, denn die Materialien müssen einiges leisten, um die Rohstoffe zu schützen. Sonnentor hat daher 2016 eigens die Stelle eines Verpackungsmanagers geschaffen, um Innovationen voranzutreiben.

Rund 80 % der Materialien bestehen heute aus nachwachsenden Rohstoffen wie Papier, Karton, kompostierbaren Zellulose-Folien, Bananenfaser und gentechnischfreier Maisstärke für die Teebeutel. 96 % der Verpackungen können recycelt werden. „Unser oberstes Ziel ist es aber, Verpackungsmaterialien so weit wie möglich zu minimieren“, betont Sonnentor-Verpackungsexperte Philipp Kärntner. Zum Beispiel werde die Aromaschutzhülle der Teebeutel künftig um rund 20 % reduziert.

Sonnentor will verpackungs-befreit in die Zukunft: „Trotz nachhaltiger Alternativen, ruhen wir uns auf diesen Lorbeeren natürlich nicht aus. Wir sind laufend auf der Suche nach Alternativen und neuen Lösungen. Unser oberstes Ziel ist es, Verpackungsmaterialien so weit wie möglich zu minimieren. Da bleiben wir dran. Und auch du kannst jeden Tag einen Beitrag leisten. Leinenbeutel statt Plastiktüte, Glasbehälter statt Plastikdose. Es gibt viele Möglichkeiten im Alltag einfach auf Plastik zu verzichten – probier es aus.“
(Quelle: Sonnentor)

 

FaserbananeWie bitte, Faserbanane?

Die Bananenfasern, die Lebensbaum und Sonnentor für Tee-Aufgussbeutel und Kräuterbäder verwenden, stammen nicht von normalen Bananenstauden. Die Blätter der Abaca-Banane liefern bis zu 2 Meter lange Hartfasern, die gemischt mit Zellulosefasern aus Holz zu speziellen Zellstoffprodukten verarbeitet werden. Diese sind auch im nassen Zustand sehr reißfest. Die Abaca-Banane stammt von den Philippinen und ist dort eine wichtige Faserpflanze, aus der ursprünglich Kleidung, Matten, Seile und Fischernetze hergestellt wurden.

 

 

Wohin geht die Entwicklung bei den Kunststoffen?

Sonett

Sonett berichtet auf Ihrer Webseite folgendes:
„Die Veränderung der Kunststoffverpackungen der flüssigen Sonett Produkte zu nachhaltigen Verpackungsmaterialien hat für uns höchste Priorität. In unseren Produkten selbst vermeiden wir Erdöl als Rohstoff. Dieses streben wir langfristig auch für unsere Flaschen und Kanister an. Unsere aktuelle Einschätzung der Alternativen:

1. Kunststoffe aus Stärke oder Polymilchsäure
Werden aus Gentech-Mais bzw. mit Hilfe von genetisch manipulierten Mikroorganismen hergestellt. Daraus werden Folien oder Spritzgussverpackungen (z.B. Dosen) mit einer kurzfristigen Haltbarkeit von einigen Wochen hergestellt.
Außerdem gibt es am Markt PE mit einem Anteil an Mineralien oder Pflanzenfasern. Kunststoffflaschen im Blasverfahren, die den Anforderungen an mechanische Haltbarkeit, Gasdurchlässigkeit, PH – Stabilität, Stabilität gegenüber ätherischen Ölen etc. entsprechen, können daraus bisher nicht hergestellt werden. Wir testen seit Jahren im eigenen Labor alle verfügbaren Alternativen.

2. Polyethylen aus brasilianischem Zuckerrohr
Alkohol wird chemisch über Ethylen zu Polyethylen umgesetzt. Dieses PE ist chemisch identisch mit dem PE aus Erdöl und erfüllt in gleichem Maß die Qualitätsanforderungen. Der Anbau von Zuckerrohr ist jedoch massiv verbunden mit Monokultur, Herbiziden, Pestiziden und dem Anbau auf ehemaligen Urwaldflächen.
Für die Zukunft muss außerdem mit gentechnisch veränderten Pflanzen gerechnet werden. Sowohl wegen der Rodung von Urwaldflächen als auch des enormen Einsatzes von Pestiziden und Kunstdünger raten Umweltorganisationen wie Regenwald.org oder Greenpeace von der Verwendung von Agraralkohol ab.

3. Kunststoff aus recyceltem PE
Es gibt am Markt durchaus Recycling-PE, dieses ist jedoch für unsere Ansprüche völlig ungeeignet, es riecht nach synthetischen Duftstoffen und welche sonstigen Fremdstoffe und ggf. Schwermetallrückstände sonst noch enthalten sind, weiß niemand. Unser letztes Projekt bezog sich auf gereinigtes  Recycling-PE aus Milchflaschen. Auch dies mussten wir aufgeben, da  selbst bei einem Anteil von nur 25% Recyclingmaterial die Flaschen immer noch penetrant nach künstlichen Duftstoffen rochen – wir vermuten durch die vorgeschalteten Waschgänge.

4. Recyceltes PET (Polyethylenterephtalat)
Gibt es in Lebensmittelqualität aus sortenrein verarbeiteten Wasserflaschen. Die Problematik ist hier, dass hormonartige Stoffe in den darin aufbewahrten Wässern festgestellt wurden (Uni Frankfurt, 2009, Uni Würzburg, Prof. Schoenfelder, u.a.). Es gibt auch die berechtigte Annahme, dass durch die Einwirkung von UV Strahlung in Verbindung mit Feuchtigkeit aus PET Flaschen Phtalatester freigesetzt werden, die in den Flascheninhalt einwandern. Aus diesen Gründen verwenden wir keinerlei PET Behälter.

Der „Bio Plastik-Markt“ und neue Recyclingverfahren sind in vehementer Entwicklung, und wir hoffen sehr, dass es schon bald zu Ergebnissen kommt, die weder Lebensmittel zu Kunststoff verarbeiten, noch mittels Gentechnik zustande kommen und weder unkontrollierte Reststoffe enthalten noch selbst nicht recycelbar sind und damit Restmüll erzeugen. Wir wollen zu den Ersten gehören, die neue vertretbare Alternativen erkennen und einsetzen.“
(Quelle: Sonett)

 

Packungen aus Milch, Tomaten und Algen

Kunststoffe aus nachwachsenden Rohstoffen wie Mais- und Kartoffelstärke, Zellulose, Milchsäure oder Zucker sind in der Biobranche umstritten, weil sie aus gentechnisch veränderten Pflanzen wie Zuckerrohr oder Mais hergestellt sein können und beim Anbau meist synthetische Dünger und Pestizide zum Einsatz kommen. Zudem werden für den Anbau Agrarflächen genutzt, die nicht mehr für die Nahrungsmittelversorung zur Verfügung stehen. Immerhin haben sie den entscheidenden Vorteil, kein Erdöl zu verbrauchen. Und sie hinterlassen nicht für Jahrhunderte Mikroplastik in der Umwelt. Aus der Forschung gibt es einige vielversprechende neue Ansätze. So wird in den USA an einer Folie auf Basis von Milchproteinen getüftelt.

Verpackungslösungen für den Lebensmittelhandel aus Makroalgen erprobt die Hochschule Bremerhaven zusammen mit dem Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung. Die Boxen für Snacks und andere Lebensmittel sollen nachhaltig produziert, biologisch abbaubar und bestenfalls sogar essbar sein, aber weder abfärben noch aufweichen.

Es gibt auch Versuche, Verpackungen aus Pflanzenresten herzustellen. So gewann 2016 ein niederländisches Unternehmen den europäischen Nachhaltigkeitspreis „Packaging Europe Substainability Awards 2016“ für die Idee, Pappschalen mit Tomatenfasern aus den Pfanzenresten auf dem Feld anzureichern. Ob sich eine Idee wir diese durchsetzt, entscheiden am Ende die Verbraucher.
(Quelle: Bundesverband Naturkost Naturwaren (BNN) e.V.)

 

Schlußwort

Nachhaltigkeit ist neben bester Bio-Qualität einer der wichtigsten Grundpfeiler in der täglichen Arbeit von Dirks Bio-Kiste. Wir sind ständig auf de Suche nach neuen umweltschonenden Verfahren und innovativen Ideen aus der Bio-Branche. Egal ob es um die Reduzierung des Verpackungsmülls oder um andere umweltschonende Verfahren oder Ideen geht. Falls Sie Anregungen, Erfahrungen und Anmerkungen haben, können Sie sich gerne mit uns in Verbindung setzen.

 

Weiterer Lesestoff

 

Text- und Bildnachweise:
Bundesverband Naturkost Naturwaren (BNN) e.V. Mitgliedermagazin, Katja Niedzwezky und von den jeweiligen Lieferanten und Produzenten.

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