Lagertipps
Kühlschrank, Keller oder einfach in den Obstkorb?
Sie haben eben Ihre Bio-Kiste voll mit Vitaminen, Mineralstoffen und natürlich viel Geschmack in Form von frischem knackigem Obst und Gemüse erhalten und nun geht es ans Verräumen all der leckeren Fitmacher, sofern sie nicht gleich vernascht werden. Spätestens jetzt kommt oft die Gretchenfrage: Kühlschrank, Keller oder einfach in den Obstkorb?
Damit Sie Ihre Lebensmittel länger genießen können, haben wir für Sie ein paar Tipps zur Lagerung zusammengetragen. Wir stehen Ihnen selbstverständlich auch gerne zur Verfügung, wenn beim Kistenauspacken, doch noch mal die eine oder andere Frage auftaucht.
Die gesammelten Lagertipps für Gemüse und Obst können Sie sich hier als PDF herunterladen und ausdrucken.
Wir sagen es Ihnen ganz ehrlich:
Ab dem Moment der Ernte geht es bei fast allen Gemüse- und Obstarten bergab. Die Stoffwechselvorgänge in dem lebendigen Pflanzenteil gehen weiter, d.h. Wasser wird verdunstet, Nährstoffe werden abgebaut, der Welke- und Alterungsprozess beginnt.
Ausnahme:
Bei nachreifenden Obst-und Gemüsearten (wie Äpfel, Tomaten) wird durch die richtige Lagerung die Qualität noch verbessert.
Das A und O Verdunstung vermeiden:
Frische und Geschmack erhalten Sie einfach und effektiv mit den richtigen Anti-Aging-Maßnahmen. Die meisten Gemüsearten und viele Obstsorten fühlen sich im Gemüsefach des Kühlschranks recht wohl. (Ausnahmen siehe „Niemals in den Kühlschrank“). Wenn dort kein Platz mehr ist, übergangsweise in einem anderen Fach des Kühlschranks aufbewahren.
Wichtig: Das Gemüse dazu unbedingt in einen geschlossenen Behälter geben, notfalls einen Plastikbeutel einschlagen, um es vor dem Austrocknen zu schützen.
Tipp: Auch im Gemüsefach selbst bleiben Salat und andere Gemüse, abgedeckt oder in Folie eingeschlagen, noch länger knackig.
Bundmöhren, Kohlrabi, Radieschen, Fenchel u.a.:
Bleiben länger knackig frisch, wenn Sie vor dem Einräumen gleich das Laub entfernen.
Ungewaschen hält besser:
Obst v.a. Steinobst am besten immer erst direkt vor der Zubereitung oder dem Verzehr waschen. Durch das Waschen würde bei der Lagerung sonst nämlich zu viel Feuchtigkeit entstehen und die Früchte schneller verderben lassen.
Taufrische Kräuter:
Bei Bundkräutern immer das Gummiband oder die Schnur entfernen und die mit Wasser benetzten Kräuter lose in einer Dose oder einem Plastikbeutel im Kühlschrank aufbewahren. Die Kräuter sollen aber nicht im Wasser schwimmen.
Ausnahme: Basilikum ins Wasser stellen und bald verbrauchen.
Vor direkter Sonne schützen:
Lichtgeschützte Lagerung ist immer vorteilhaft. Kartoffeln und Chicorée wollen es unbedingt ganz dunkel haben!
Bananen: Sie verfärben sich schwarz, allerdings erst wenn sie wieder ins Warme kommen.
Exoten (Mangos, Papayas, Ananas): Wenn sie zu kalt gelagert werden, können sie braun werden, wässrig-glasige Stellen bekommen und verlieren an Aroma.
Tomaten: Bei zu kühler Lagerung leidet der Geschmack.
Auberginen: Sie sind ebenfalls sehr kälteempfindlich; Minimum ca. 10°C, darunter bekommen sie Kälteschäden.
Kernobst wie Äpfel, Birnen:
Bei Raumtemperatur, größere Vorräte im kühlen, dunklen Keller. Äpfel sollten Sie nie mit anderem Obst oder Gemüse lagern. Sie atmen Ethylengas aus. Dies führt bei anderen Früchten zu schneller Reife und damit zu vorzeitigem Welken.
Steinobst wie Kirschen, Pfirsiche, Aprikosen:
Noch nicht ganz ausgereifte Pfirsiche können bei Zimmertemperatur nachgereift werden. Vollreife Früchte am besten gleich genießen, dann sind sie am köstlichsten. Im Kühlschrank halten sie sich ein bis zwei Tage. Vorher auf Druckstellen kontrollieren und unbedingt Schwitzwasser abtrocknen, da die Frucht an diesen Stellen schneller verdirbt.
Beerenobst z.B. Erd- u. Himbeeren, Tafeltrauben:
Wie Steinobst am besten frisch verzehren, falls nötig lassen sie sich im Kühlschrank 1-3 Tage aufbewahren, mit Folie abdecken, um die Beeren gegen Austrocknen zu schützen.
Zitrusfrüchte:
Vor allem kühl und trocken lagern, so bleibt auch der Geschmack am besten erhalten. Gegen Ende der Saison ist es ratsam, auch die Zitrusfrüchte im Kühlschrank aufzubewahren.
Exotische Früchte:
Wenn exotische Früchte wie Bananen, Mangos, Papayas und Ananas zu kalt gelagert werden, können sie braun werden und wässrig-glasige Stellen bekommen, auch der Geschmack leidet darunter. Diese Früchte lagern Sie am besten kühl, aber nicht unter 13°C. Einige Obst-und Gemüsesorten, wie Avocado und Melonen reifen nach und erhalten erst dann bei Ihnen zu Hause ihren charakteristischen Geschmack, was durch die Kälte im Kühlschrank unterbrochen würde. Das Nachreifen wird gefördert, wenn Sie die Früchte zusammen mit Äpfeln lagern.
Kaki:
Der aus dem griechischen stammende botanische Name der Kaki bedeutet „Göttliches Feuer“. Damit sind diese außergewöhnlichen, gelborange bis tiefroten Früchte bestens beschrieben. Die Beschaffenheit erinnert an Tomaten, der Geschmack allerdings ist eine Komposition aus aprikosen- und birnenartigen Aromen. Das Aroma entfaltet sich erst, wenn die Frucht schon überreif ist. Dann ist der bittere, adstringierende (zusammenziehend wirkende) Gerbstoff Tannin weitgehend umgewandelt. Die heute handelsüblichen Kakisorten sind allerdings vom Gerbstoff weitgehend befreit. Dies geschieht in Kammern in denen die Kaki bei ca. 20° C und unter Zugabe von reinem Alkohol gelagert und der Gerbstoff abgebaut wird. Genossen wird sie am besten roh, indem sie aus der Schale gelöffelt wird. Damit Kakis unbeschadet nach Deutschland gelangen, werden sie relativ frühreif geerntet, bei Zimmertemperatur reifen sie aber schnell nach. Dann schimmert das Fruchtfleisch glasig und glänzend durch die Schale.
Aus Wikipedia: „ … eventuelle braune Flecken im Fruchtfleisch stammen vom hohen Zuckeranteil und sind kein Zeichen für Fäulnis.“ Sieht im ersten Moment irritierend aus, ist aber eher ein Qualitätsmerkmal und kein Mangel.
Folgende Tabelle zeigt, welche Früchte sich nachreifen lassen bzw. welche auf keinen Fall neben ethylenabgebenden Früchten gelagert werden sollten. Grundsätzlich gilt: Obst und Gemüse getrennt lagern.
| Obstsorten | Ethylen-Absonderung | nachreifend |
|---|---|---|
| Ananas | gering | geringfügig |
| Apfel | sehr stark | ja |
| Aprikosen (Marillen) | sehr stark | ja |
| Avocados | stark | ja |
| Bananen | mittel | ja |
| Birnen | stark | ja |
| Beerenobst (Erd-, Him-, Johannis-, Heidel-, Stachelbeeren) | gering | nein |
| Zitrusfrüchte (Mandarinen, Zitronen) | sehr gering | nein |
| Kirschen | sehr gering | nein |
| Kiwi | stark | ja |
| Kokosnuss | sehr gering | nein |
| Mango | mittel | ja |
| Melonen (außer Wassermelone!) | mittel | ja |
| Nektarinen | sehr stark | ja |
| Pfirsich | sehr stark | ja |
| Pflaumen | stark | ja |
| Tafeltrauben | sehr gering | nein |
| Wassermelonen | sehr gering | nein |
Wem das zu viel Arbeit ist, der kann die Wurzeln auch in einem alten Topf 20-25 Minuten mit der Schale kochen. Die Haut lässt sich nun leicht abziehen.
Geschälte Wurzeln in Wasser mit etwas Mehl legen, das verhindert die Bräunung durch den austretenden Milchsaft. Der Milchsaft hinterlässt auch Flecken auf der Kleidung, daher die Küchenschürze anziehen.