Alles über gelbe Rüben
Gelbe Rüben
das waren unsere ursprünglichen Möhren im deutschsprachigen Raum. Wie so viele Gemüsesorten sind auch diese von unseren Äckern und Tellern verschwunden. Fünf Demeter Landwirte aus Süddeutschland haben sie jedoch im Frühjahr 2016 wieder ausgesät - gehegt, gepflegt, im Herbst geerntet - und ihre Qualitäten neu entdeckt.
Für die gelbe Färbung ist der weitgehend unbekannte Farbstoff Lutein verantwortlich, der ernährungsphysiologisch wertvoll ist. Er vermittelt die gespeicherten Lichtkräfte, unterstützt die Verdauung und soll sich positiv auf unsere Stimmung auswirken - passend für die dunklere Jahreszeit.
Spüren Sie besonders jetzt die Unterstützung Ihres "inneren Lichts" und genießen Sie die natürliche Süße und den ursprünglichen Geschmack unserer samenfesten gelben Rüben. Dieser entfaltet sich vor allem wenn wir sie zubereiten - also gekocht und als Salat.
Ein Grund für die einzigartige Qualität der gelben Rüben ist das "samenfeste". Samenfeste Sorten stammen aus großen Pflanzenbeständen und wurden auf Äckern über Jahre ausgewählt und vermehrt.
Die Pflanzen dieser samenfesten Sorten sind:
- ernährungswertvoll: besonders wertvoll für unsere umfassende Ernährung. Der Pflanzenorganismus bleibt unversehrt.
- nachhaltig: nachhaltige Pflanzen, die Kulturgut vieler Menschengenerationen in die Zukunft tragen können! Sie sind vermehrungsfähig, fruchtbar und "opensource" für die Menschheit.
Für gesunde Vielfalt auf dem Teller setzte sich eine starke Gemeinschaft ein: Unser regionaler Demeter-Großhändler hakopaxan, der den Anbau angestoßen hat, die Real-Food-Foundation (eine Stiftung für ganzheitliche Lebensmittelqualität), fünf Demeter Anbauern aus unserer Region und Ihr Naturkost-Fachhandel.
Gelbe Rüben - Grüne Schulter - Kann man das essen?
Wie ist das nun mit der grünen Färbung der Wurzel, bevor sie ins Laub übergeht? Die sogenannten grünen Schultern. Kann man das essen?
Man kann nicht nur, man sollte sogar! Wir kennen es von Kartoffeln und Tomaten, also Nachtschattengewächsen, dass wir ihr Kraut und grüne Stellen lieber meiden sollten. Sie enthalten das unverträgliche Solanin. Bei anderen Kulturpflanzen sind grüne Stellen und die dort stärker auftretenden Bitterstoffe dagegen förderlich. Wobei wir festgestellt haben, dass die grünen Stellen an den gelben Rüben nicht zwangsläufig sehr bitter schmecken! Jedenfalls handelt es sich bei diesen Stoffen um sekundäre Pflanzenstoffe, wie sie auch im Chicorée oder in Oliven zu finden sind. Wie stark sie in Möhren ausgeprägt sind, hängt unter anderem mit der Witterung beim Anbau und ihrer Reife zusammen.
Und auch in den gelben Rüben sind solche positiven sekundären Pflanzenstoffe enthalten. Wir haben bei Herrn Dr. Ludger Linnemann vom Forschungsring für Biologisch-dynamische Wirtschaftsweise in Darmstadt nachgefragt, der uns dies bestätigte.
In einer Studie von 2015*, durchgeführt am Julius-Kühn-Institut und der TU München, hat man festgestellt, dass ein Bitterstoff, der in Möhren vorhanden ist, sich besonders positiv auf unsere Gesundheit auswirken kann. Ohne zu sehr die Fachbegriffe zu vertiefen: Es handelt sich um einen Stoff der zu den Oxylipinen gehört (Oxylipine sind Produkte aus Sauerstoff und mehrfach ungesättgten Fettsäuren). Dieses Oxylipin soll, laut der Studie, „(ein) Potenzial zur Verbesserung der menschlichen Gesundheit aufgrund von antikanzerogener, antimykotischer, antibakterieller, entzündungshemmender und serotogener Wirkung (haben) (...)“.
„Die Bitterstoffe entstehen auch während der Lagerung und durch Nacherntestress, sodass auch bei nicht sichtbarer Grünfärbung messbare Konzentrationen an Bitterstoffen enthalten sein können, die aber wie der Artikel aussagt sogar als positiv z.B. für die Verdauung angesehen werden können“, so Dr. Linnemann.
In diesem Sinne: Ran an die Rüben!
*Quelle: Bioactive C17-Polyacetylenes in Carrots (Daucus carota L.): Current Knowledge and Future Perspectives
Corinna Dawid, Frank Dunemann, Wilfried Schwab, Thomas Nothnagel and Thomas Hofmann
J. Agric. Food Chem., 2015, 63 (42), pp 9211–9222
Verarbeitungstipps:
Gelbe Rüben waschen und mit einer Gemüsebürste von Erde befreien. Nicht schälen! Inder Schale stecken viele wichtige Inhaltsstoffe, die nicht im Abfall landen sollten!
Rezept-Ideen:
? Gelbe Rüben Suppe mit Kokos, Ingwer und Curry
Zutaten für 4 Personen:
400 g gelbe Rüben gebürstet und in Scheiben geschnitten, 20 g Ingwer frisch und fein gewürfelt, 50 g Butter, 1 El Zucker, 750 ml Gemüsefond, 150 ml Kokosmilch ungesüßt, Currypulver, Pfeffer und Salz
Zubereitung:
Die gelben Rüben und den Ingwer in der Butter anbraten. Mit Zucker bestreuen und leicht karamellisieren. Mit dem Fond ablöschen und bei mittlerer Hitze köcheln lassen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Ein Drittel der Rübenscheiben herausnehmen und auf vier Suppentassen verteilen. Die restliche Suppe mit dem Mixer pürieren und evt. durch ein Sieb streichen. Die Kokosmilch erhitzen und mit dem Pürierstab schaumig aufschlagen. Die Suppe in die Suppentassen füllen, den Kokosmilchschaum darauf verteilen und mit Currypulver bestäuben.
(Online auf chefkoch.de entdeckt und mit Begeisterung nachgekocht. Die gelben Rüben werden in der Suppe besonders aromatisch!)
? Gelbe Rüben-Walnuss-Aufstrich
Zutaten für 4 Personen:
200 g gelbe Rüben, 1 EL vegane Margarine, 150 ml Gemüsebrühe, 1 Spritzer Zitronensaft, 10 g Walnusskerne, Salz, Pfeffer, etwas Curry, Blätter vom frischen Thymian
Zubereitung:
Gelbe Rüben abbürsten und in kleine Würfel schneiden. In einem Topf die Margarine erhitzen, Würfel anschwitzen und mit Gemüsebrühe weich kochen. Die gelben Rüben mit Zitronensaft, Kräutern und Gewürzen abschmecken. In einem Mixer oder mit einem Pürierstab zusammen mit den Walnusskernen und dem Thymian mixen.
Tipp: Den Aufstrich kann in gut verschlossenen Gläsern mehrere Tage im Kühlschrank aufbewahrt werden.
(Von dem "Versuchskaninchen" des GRÜNEN STÜBLES empfohlen. www.gruenes-stueble.de)
